Die PKV als Partner der öffentlichen Apotheken

Die PKV als Partner der öffentlichen Apotheken 2017-04-28T09:22:14+00:00
Ort Datum Tag Von Bis Veranstaltungsart
Radisson Blu Hotel Berlin 26. Apr 2017 Mi 15:30 Uhr 17:00 Uhr Vortrag

Ohne Frage sind die gesetzlichen Krankenkassen die wichtigsten Vertragspartner der Apotheken. Doch auch die privaten Versicherungsgesellschaften haben bereits Verträge mit dem Deutschen Apothekerverband abgeschlossen, durch die etwa chronisch Kranke via Direktabrechnung von hohen Vorauszahlungen und unnötiger Bürokratie entlastet werden. Nicht nur in diesem Zusammenhang sieht der Referent die PKV als Partner der Apotheken.

Debeka Generaldirektor Uwe Laue ist neben zahlreichen weiteren Tätigkeiten in den Gremien der Versicherungswirtschaft seit 2001 im Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. aktiv, dessen Vorsitzender er 2013 wurde. In seinem Referat wird er darüber informieren, was die Apotheker in Zukunft von der PKV erwarten dürfen.

News: 27.04.2017 l PZ

PKV will enger mit Apothekern kooperieren

Die Privaten Krankenversicherer (PKV) möchten die Zusammenarbeit mit den Apotheken intensivieren. «Wir sehen uns als Partner der öffentlichen Apotheken», betonte PKV-Verbandschef Uwe Laue (Foto) am 26. April auf dem DAV-Wirtschaftsforum in Berlin. Als Kooperationsfelder benennt er die Aut-idem-Verordnung, das Medikationsmanagement und die Direktabrechnung.

Hintergrund für die Initiative der privaten Versicherungswirtschaft ist es, ihre Position gegenüber der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu stärken. Vor allem auch ein Jahr für Jahr steigender Mehrumsatz der PKV bei den Arzneimittelausgaben, nicht zuletzt aufgrund hoher Preise für neue Medikamente, macht Reformen nötig. Laue zufolge ist die Generika-Quote in der PKV mit 60 Prozent wesentlich niedriger als in der GKV (90 Prozent). Um die Kosten zu steuern, ist unter anderem daher eine engere Zusammenarbeit mit den Apothekern attraktiv.

Beim Thema Aut-idem plädiert der PKV-Verband für eine freiheitliche Lösung. Eine gemeinsame Initiative mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) soll den Gesetzgeber dazu anregen, Näheres im Arzneimittelgesetz in einem zu schaffenden § 49 zu regeln. Laue schlägt diesbezüglich die Verankerung einer Kann-Regelung vor, die die Therapiefreiheit des Arztes erhält: «Die Verschreibung von Arzneimitteln erfolgt mit der Möglichkeit der Ersetzung durch wirkstoffgleiche Arzneimittel. Die Ersetzung des Arzneimittels durch wirkstoffgleiche Arzneimittel kann vom Arzt ausgeschlossen werden.» Apotheker sollen zudem austauschen dürfen, aber nicht müssen. Auch der Patient soll frei entscheiden können, ob er einen Austausch zugunsten eines wirkstoffgleichen, aber kostengünstigeren Medikaments wünscht. Der neue Paragraf soll dem PKV-Verband zudem grundsätzlich erlauben, mit dem DAV «Ziele zugunsten einer qualitätsgesicherten Arzneimittelversorgung von Privatversicherten vereinbaren» zu können. Die Politik hält sich Laue zufolge bislang bedeckt und habe hinsichtlich des Vorschlags noch «Prüfbedarf» angemeldet. Laue vermutet aber eher koalitionsinterne Differenzen.

Was das Thema Medikationsmanagement betrifft, so haben Laue zufolge erste Privatversicherer das Potenzial erkannt. «Erste Verträge liegen bereits vor», sagte der PKV-Verbandschef. Solch ein Serviceangebot schaffe Wettbewerb unter den PKV-Unternehmen. Hier hofft Laue auf die Mithilfe der Apotheker und setzt dabei auf den Einsatz einer versichertenzentrierten Gesundheitsakte und das damit mögliche Zusammenspiel aller Beteiligten.

Was die Direktabrechnung von Rezepten betrifft, so arbeiten viele Privatversicherer und Apotheker bereits zusammen. Auch dieser Service, bei dem Apotheken die Arzneimittelkosten des Privatpatienten direkt mit der Versicherung abrechnen, sei ein wichtiges Wettbewerbsinstrument, so Laue. (et)

Foto: PZ/André Wagenzik

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