Digital Health in Deutschland: Was ist möglich, was ist umsetzbar?

Digital Health in Deutschland: Was ist möglich, was ist umsetzbar? 2018-05-02T09:06:10+00:00
Ort Datum Tag Von Bis Veranstaltungsart
Dorint Hotel 25. Apr 2018 Mi 15:30 Uhr 17:00 Uhr Vortrag

Digitalisierung wird nicht nur unsere Arbeitswelt verändern; sie wird auch jenseits der elektronischen Gesundheitskarte modernen Therapieformen und dem Gesundheitssystem völlig neue Impulse geben. Darüber, was in absehbarer Zeit möglich und umsetzbar ist, informiert Prof. Dr. Erwin Böttinger, Professor und Chair für Digital Health und Personalized Medicine an der gemeinsamen Digital Engineering Fakultät der Hasso-Plattner-Institut (HPI) gGmbH und der Universität Potsdam.

Der Referent war von 2005 bis 2015 Gründungsdirektor des renommierten Charles Bronfman Instituts für Personalisierte Medizin an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York. Er gilt als internationaler Experte für Personalisierte Medizin und Digital Health.

News

Digital Health: Was ist in Deutschland möglich?

Digitalisierung ist das eine, kommt aber noch die personalisierte Medizin hinzu, dann sieht es so aus, dass Mediziner und Naturwissenschaftler ein großes Rad drehen wollen. Professor Erwin Böttinger (Foto) ist ein solcher Forscher. Gemeinsam mit seinen Kollegen an der medizinischen Universität Icahn am Mount Sinai in New York bringt Böttinger die beiden Disziplinen näher zusammen.

Böttinger ist davon überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, interdisziplinär die Medizin weiter voran zu treiben. «Die Medizin profitiert von den Ergebnissen der Digitalisierung.» Dies ermögliche die immer schnellere Entschlüsselung des Genoms. Mittlerweile seien die 3,5 Milliarden Basenpaare entschlüsselt. Das immer größere Wissen über deren Funktionen sei ein großer Schritt hin zu einer immer individuelleren Therapie, erklärte Böttinger beim Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) in Potsdam.

Böttinger sieht in der Kombination von Digitalisierung und personalisierter Medizin erhebliche Chancen für die Medizin. Auf diesem Weg entstehe eine große Datenmenge, mit der Mediziner arbeiten könnten. Der Speicher für diese Daten müsse eine Cloud sein. Alle medizinisch relevanten Informationen sollten dort hinterlegt werden und in Echtzeit nutzbar sein und über Smartphones weitergegeben werden können. Die in der Cloud abgelegte Datenmenge soll den Ärzten zur Verfügung stehen, wenn sie sich über die Chancen einer Behandlung informieren. Für den Arzt habe eine solche mit medizinischem Wissen aufgeladene Cloud den Vorteil, dass er sich in kürzester Zeit darüber informieren kann, welche Erfolgschancen eine Therapie haben kann, indem er sich über die Ergebnisse ähnlicher Behandlungen informieren kann.

Das von Böttinger vorgestellte Konzept haben die Mediziner in New York konzipiert und erprobt. In Deutschland gebe es derzeit nichts Vergleichbares, sagte der Mediziner. Er sieht aber durchaus Chancen, dass Deutschland den Rückstand gegenüber den USA aufholen könne. So weit voneinander entfernt seien die medizinischen Möglichkeiten der beiden Staaten nicht. (dr)

26.04.2018 l PZ
Foto: PZ/Wagenzik

 

 

 

Programmänderungen bleiben vorbehalten.