Gesundheitspolitische Diskussionsrunde

Gesundheitspolitische Diskussionsrunde 2017-04-27T10:45:58+00:00
Ort Datum Tag Von Bis Veranstaltungsart
Radisson Blu Hotel Berlin 26. Apr 2017 Mi 13:30 Uhr 15:00 Uhr Diskussionsrunde

Moderation: Andreas Mihm

Gesundheitspolitische Sprecher der Bundestagsfraktionen:

  • Michael Hennrich, CDU/CSU
  • Sabine Dittmar, SPD
  • Kordula Schulz-Asche, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
  • Kathrin Vogler, DIE LINKE

News: 26.04.2017 l PZ

Bessere Vergütung: Einigkeit beim Wirtschaftsforum

Fritz Becker will sich in der kommenden Legislaturperiode intensiv um eine Neuordnung der Apothekervergütung kümmern. «Die Preisverordnung sollte weiterentwickelt werden», sagte Becker zum Auftakt der gesundheitspolitischen Podiumsdiskussion beim Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbands (DAV).

Dabei geht es dem DAV-Vorsitzenden unter anderem um Änderungen bei der Arzneimittelpreisverordnung. Wichtig sei zwar auch eine Anpassung des Fixums für die Versorgungsleistung der Apotheker. Noch wichtiger ist ihm aber, dass in Zukunft auch die Vergütung von Dienstleistungen in der Preisverordnung aufgelistet werden. Bislang sind sie dort nicht zu finden. Das hat auch zur Folge, dass viele Services der Apotheken nicht oder nicht ausreichend vergütet werden. Becker ist dies ein Dorn im Auge. «Das Angebot pharmazeutischer Dienstleistungen wird immer größer. Sie müssen in Zukunft angemessen bezahlt werden.» Das gelte auch für die pharmazeutische Leistung der Apotheker in der Zytostatikaversorgung. Ebenso müsse die Flächendeckung auf dem Land ausreichend honoriert werden.

Mit seinem Vorschlag stieß Becker bei den Diskutanten auf offene Ohren. So sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche: «Die Apotheker müssen zwingend am Medikationsplan beteiligt werden.» Dies setze eine definierte Honorierung für Dienstleistungen voraus. Darüber hinaus müssten die Apotheker auch für die Beratung in der Apotheke besser honoriert werden. Ganz ähnlich sieht dies Harald Weinberg, Gesundheitspolitiker der Linken: «Die Beratung in der Apotheke wird immer komplexer und aufwändiger. Das muss sich auch in der Honorierung widerspiegeln.»

Auch der CDU-Gesundheitsexperte Michael Hennrich schloss sich der Forderung nach einer Aktualisierung der Arzneimittelpreisverordnung an: «Die Apotheker werden sich in Zukunft an der integrierten Versorgung engagieren, sie werden auch bei der personalisierten Medizin eine immer wichtigere Rolle spielen.» Andreas Kiefer sieht ebenfalls dringenden Bedarf, die neuen Aufgaben der Apotheker angemessen zu vergüten. Dabei bezeichnete es der Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK) als einen großen Fehler, den Apothekern nicht von vorneherein eine größere Rolle beim Medikationsplan zu geben. Die Apotheker könnten mit ihrer Kompetenz die Qualität der Leistung weiter steigern. Dass eine solche komplexe Leistung auch angemessen vergütet werden muss, steht für Kiefer außer Frage. Aber auch in der Basisarbeit sieht der BAK-Präsident noch Spielraum. Kiefer: «Die Apotheken müssen die wichtigste niederschwellige Anlaufstelle im Gesundheitswesen sein. Dafür müssen sie die richtigen Rahmenbedingungen bekommen und ein angemessenes Honorar.» (dr)

Foto: PZ/André Wagenzik

 

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