Welche Aussagekraft haben Arzneimitteldaten?

Welche Aussagekraft haben Arzneimitteldaten?2018-05-02T09:08:27+00:00
Ort Datum Tag Von Bis Veranstaltungsart
Dorint Hotel 26. Apr 2018 Do 12:00 Uhr 13:00 Uhr Vortrag

Arzneimittelbezogene Daten sind für alle in der Arzneimittelversorgung Beteiligten von enormer Bedeutung. Dies gilt für Therapie und Beratung durch Heilberufe ebenso wie für die Entwicklung neuer und für die Verbesserung bereits im Markt befindlicher Wirkstoffe sowie nicht zuletzt die Markt-Kommunikation der Industrie mit Ärzten und Apothekern. Darüber, welche Aussagekraft diese Informationen haben und welche datenschutzrechtlichen Bestimmungen in Deutschland einzuhalten sind, informiert mit Dr. Frank Wartenberg ein ausgewiesener Experte.

Der Referent ist seit Januar 2011 President für Central Europe von IQVIA (ehemals IMS), einem weltweit führenden Anbieter von Informationen, innovativen Technologielösungen und Serviceleistungen im Bereich der klinischen Auftragsforschung.

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Datenanalyse: Neue Chancen in der Versorgung

Arzneimittelbezogene Daten eröffnen auch Apotheken neue Chancen in der Versorgung. Darauf machte Frank Wartenberg (Foto) vom Informationsdienstleister IQVIA heute beim Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbands in Potsdam aufmerksam. «Daten werden immer wichtiger, um gute Entscheidungen zu treffen», sagte er. So entwickelten sich auch die Auswertungen von Daten weiter und würden heute nicht mehr bloß einen Zustand beschreiben. Vielmehr ließen sich aus den Analysen auch Empfehlungen ableiten.

Im Apothekenalltag spielen Daten eine wichtige Rolle – auch in der betriebswirtschaftlichen Bewertung des eigenen Betriebs. «Apotheker können Daten nutzen, um vom Markt zu profitieren», so Wartenberg. So könnten Apotheker etwa analysieren, wie sich die eigenen Preise im Vergleich zur Konkurrenz darstellen und anschließend gezielt darauf reagieren. Darüber hinaus könnten Daten aber auch helfen, im Versorgungsalltag aus Erfahrung zu lernen. Als Beispiel verwies Wartenberg auf die Dosierung von Medikamenten. Die ist in der Regel zum einen in den Leitlinien definiert. Auf der anderen Seite ließen sich aus arzneimittelbezogenen Daten aber auch Muster und Gesetzmäßigkeiten ableiten, die dazu beitragen können, die optimale Dosierung für einen bestimmten Patienten zu finden. Gleiches gelte mit Blick auf die Therapietreue. So könne man anhand von Daten erkennen, welche Kriterien in welcher Patientengruppe zu größtmöglicher Adhärenz führen.

Auf ähnliche Weise lassen sich Muster für Hochrisikopatienten etwa für seltene Erkrankungen analysieren. Das erhöhe die Aufmerksamkeit der Ärzte für bestimmte Erkrankungen, so Wartenberg. «Letztlich wächst damit die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten die richtige und optimale Behandlung bekommen.» Im britischen Gesundheitssystem kämen entsprechende Analysen bereits heute zum Einsatz. «In Deutschland haben wir eine vergleichbare Datengrundlage, wir nutzen sie nur nicht.»

Auch eine effizientere Forschung ist Wartenberg zufolge mithilfe gezielter Datenanalyse möglich. Das gelte etwa mit Blick auf die Auswahl von Studienzentren in der Konzeption klinischer Studien. So könne die Auswertung von Versorgungsdaten helfen, das Zentrum ausfindig zu machen, in der aufgrund der Patientenstruktur die Zahl der potentiellen Studienteilnehmer besonders groß ist. (sch)

26.04.2018 l PZ
Foto: PZ/André Wagenzik

 

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