Sehr geehrte Damen und Herren,

das Lamento ist bekannt: Deutschland steckt im Stillstand, verliert im internationalen Wettbewerb an Boden und fällt technologisch zurück. Doch bei nüchterner Betrachtung sieht es so schlecht gar nicht aus: Unsere Wirtschaft wächst weiter, die politischen Verhältnisse sind vergleichsweise stabil. Entgegen aller Unkenrufe hat die aktuelle Bundesregierung schon mehr als die Hälfte der Legislaturperiode „überstanden“ – und das, obwohl alle drei Koalitionsparteien seit 2017 neue Vorsitzende gewählt haben.

Und besonders in der Gesundheitspolitik sind politischer Gestaltungswille und gesetzgeberische Dynamik mehr als augenfällig. Auch was die Pläne für die Zukunft des Apothekenwesens betrifft, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sich nicht gescheut, dabei den offenen Disput zu suchen – Koalitionsvertrag und Wünsche der Apothekerschaft hin oder her.

Das 57. Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbandes bietet eine hervorragende Gelegenheit, über die Zukunft der Apotheke und andere spannende Themen zu diskutieren. Dazu lade ich Sie für den 22. und 23. April 2020 herzlich nach Berlin ein. In der deutschen Hauptstadt treffen sich Apotheker, Juristen, Manager, Forscher und Journalisten, mit denen Sie Fakten einordnen, Meinungen austauschen und ungewohnte Perspektiven teilen können.

Der Politische Lagebericht, der Apothekenwirtschaftsbericht und die gesundheitspolitische Diskussionsrunde bieten reichlich Gelegenheit dazu – und stehen deshalb auch gleich zu Beginn der zweitägigen Veranstaltung auf der Tagesordnung.

Der zweite Tag verknüpft die beiden dominierenden Themen des Berufsstandes: die Digitalisierung mit der Einführung des elektronischen Rezeptes und die Aufgabenerweiterung der Apotheken mit der Implementierung pharmazeutischer Dienstleistungen.

Laut Gesetz müssen die technischen Standards für das elektronische Rezept bis zum 30. Juni 2020 definiert sein; bis zum 30. September 2020 sollen Apotheken in Deutschland an die Telematik-Infrastruktur angebunden sein. Und die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband über die Ausgestaltung der pharmazeutischen Dienstleistungen sollten dann auch in Sichtweite sein.

Das große Interesse der Apothekerschaft, aber auch der Politik und Marktpartner, an beiden Themen muss uns anhalten, sie zum Erfolg zu führen und allen Patienten leicht zugänglich zu machen. Auch darüber wird auf dem DAV-Wirtschaftsforum diskutiert. Ich freue mich auf Ihren Besuch.

Fritz Becker

Fritz Becker
Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes e. V. (DAV)